Die Bildung zu Grabe getragen

Am heutigen Samstag, den 24.04.2010, trafen sich ca. 25 größtenteils junge Menschen am Wesertor in Minden, um die Bildung zu Grabe zu tragen. Der Trauerzug bewegte sich durch die Bäckerstraße, über den Scharn, vorbei an den Infoständen der großen Parteien, die für die Landtagswahl am 09.05. hatten werben wollen, zum Markt. Dort wurde eine Trauerfeier abgehalten, und in diesem Zuge auch Trauerreden vorgetragen, die die „Mörder“ der Bildung – die regierenden Parteien CDU und FDP – ganz klar adressierte. Es sei ein lupenreiner Skandal, so Marcel Komusin, dass zwar 30 Milliarden Euro jedes Jahr in die Bundeswehr investiert werde, aber nur 10 Milliarden in die Bildung.

Das Anliegen der Demonstranten wurde von den zahlreich in der Innenstadt anwesenden Bürgerinnen und Bürger durchweg positiv aufgenommen, lediglich fielen die CDU‘ler, die an diesem Tag für Wählerstimmen werben wollten, negativ auf, da sie nicht versuchten sich argumentativ zu verteidigen, sondern lediglich durch abfällige Bemerkungen wie „Wenn das die Jugend von heute ist, geht’s vorbei“ das durchaus wichtige Anliegen der Jugendlichen kommentierten. Ironischerweise hatten sie damit vollkommen recht; Wenn die kommende Erstwählergeneration, die die unsoziale Schwarz-Gelbe Bildungspolitik am eigenen Leib erfahren mussten, einsehen, wer diese zu verantworten hat, wird die CDU auch schon bei der kommenden Landtagswahl in NRW schlecht abschneiden, und somit nicht nur ihre Machtposition in NRW sondern auch ihre Bundesratsmehrheit(mit der FDP) und auf mittelfristige Sicht auch ihre Mehrheit im Bundestag verlieren.
Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die Aktion – auch durch die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung – als Erfolg zu werten ist. Es sei schon ein Erfolg, wenn mit dieser zugegebenermaßen etwas zynischen Aktion Jugendliche aufgeschreckt und somit eventuell politisiert werden konnten, so der eindeutige Tenor der Demonstranten.